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KNORBURG

Knorburg ist – mit 31 Einwohnern in 11 Häusern, der kleinste der 6 Ortsteile der Gemeinde Enge-Sande und grenzt im Norden an die Gemeinde Stadum und im Osten an die Gemeinde Lindewitt, Ortsteil Riesbriek, die zum Kreis Schleswig-Flensburg gehört.

 

Beim Eintritt in die Geschichte gehörte das Gebiet, welches seit 1534 mit Knorburg bezeichnet wird, zu Holzacker, das einzige Haus zu einer Gruppe von Höfen, die durch besondere Umstände in königlichen Privatbesitz gelangt waren. König Christian III. verkaufte diese Höfe an den zu Olpenitz (Schlei) residierenden Adligen Jürgen von der Wisch, der aus ihnen das Gut Fresenhagen bildete. Bei der Abspaltung Lütjenhorns und der Schaffung eines eigenen Guts wurde Knorburg ein Teil dessen, während der übrige Anteil in Holzacker bei Fresenhagen blieb. Im 16. Jahrhundert lassen sich zwei Höfe in Knorburg nachweisen, deren Zahl sich dann bis gegen 1800 verdoppelte. Alle lagen in einer Gruppe zusammen. Dazu kam in der Nähe der Soholmer Au ein Fischerhaus, das aber schon im 19. Jahrhundert verschwunden ist. Die Verbindung mit Lütjenhorn blieb bis 1928 erhalten (Armenverband). Um diese Zeit wurden durch Parzellierung neue Landstellen geschaffen.

Seit der Einverleibung in Preußen bildete Knorburg eine eigene Gemeinde. Der Ortsname weist auf die mageren Lebensumstände der ersten Siedler hin. Im Jahre 1906 hatte der Ort eine Gesamtfläche von 187 ha, davon waren 104 ha Acker, 64 ha Wiesen und 4 ha Weiden. In vier Wohnungen befanden sich 28 Einwohner, dazu kamen 17 Pferde, 130 Rinder und 12 Schafe. 1950 gab es im Ort acht landwirtschaftliche Betriebe; der größte umfaßte 39 ha.

Bis 1974 war der Ort eigenständig und hat sich unterdessen stark gewandelt. Derzeit ist nur noch ein Vollerwerbslandwirt ansässig.

Das bis 1994 vom Bundesgrenzschutz betriebene Depot ist mittlerweile an einen privaten Investor übereignet worden. Als Sondergebiet für die Erzeugung erneuerbarer Energie mit Photovoltaik- Anlagen, wird es heute wieder hauptsächlich als Lager betrieben.

Ein Luftbild aus „alten Tagen“ zeigt „die Kreuzung“ in Knorburg (in Richtung Norden geht es nach Stadum, in Richtung Osten nach Riesbriek und in Richtung Süd-Westen nach Soholm). Das Bild wurde 1950 aufgenommen und zeigt noch dort, wo jetzt das Sondergebiet ist, das alte Backhaus.

Die gleiche Kreuzung, mit den deutlich erkennbaren Veränderungen, kann man sich bei Google-Maps als Satellitenbild anschauen, wenn man nach „Knorburg“ sucht.

Heute bieten die „kleinen Wege“ in Knorburg („Alter Kirchenweg“, „Grüner Weg“ und „Zum alten Stau“ (im Volksmund „Tante Stine-Weg“) zu allen Jahreszeiten die Möglichkeit Ruhe, Entspannung und manchmal auch Trost zu finden.

 

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