Lückenschlüsse im bestehenden Radwegenetz im ländlichen Raum zwischen den Kommunen – Nachhaltig und gesund - Rad fahren!
Sieben nordfriesische Gemeinden haben sich für das Projekt "Aufsatteln für den Klimaschutzt im ländlichen Raum" zusammengetan. Sie wollen damit den Radverkehr in ihrer Region nachhaltig fördern. Die Kommunen liegen innerhalb der zwei Ämter Mittleres Nordfriesland (Bargum, Langenhorn) sowie Südtondern (Enge-Sande, Risum-Lindholm, Westre, Ladelund, Bramstedtlund).
Lückenschluss entlang der L 4 und K 87 (Enge Sande)
Bei dem zu berücksichtigenden Teilabschnitt der L 4 in dem Gemeindegebiet der Gemeinde Enge-Sande handelt es sich um eine außerorts gelegene klassifizierte Landesstraße mit einem durchschnittlichen Verkehrsaufkommen von ca. 2.284 Kfz/ 24 h (Schwerverkehrsanteil 18 %) und einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/ h (abschnittsweise 70 km/h). Auch entlang dieser Verbindung wird im Fuß- und Radverkehrskonzept des KO LLOB die Erforderlichkeit einer im Seitenraum geführten Radverkehrsanlage festgestellt. Gründe dafür stellen neben dem hohen Schwerverkehrsanteil u.a. auch die unübersichtliche Streckenführung mit vielen Kurven in Verbindung mit dem eher schmalen Ausbauquerschnitt dar. Zur Durchführung dieser Maßnahme werden voraussichtlich Eingriffe in den Baumbestand aufgrund nah an der Straße gelegene Baumstandorte nicht gänzlich zu verhindern sein. Bei der Planung werden jedoch sämtliche Möglichkeiten zur Vermeidung des Entfalls der Baumstandorte geprüft und versucht den Erhalt zu berücksichtigen.
Bei dem zu berücksichtigenden Teilabschnitt der K 87 handelt es sich um eine außerorts gelegene klassifizierte Kreisstraße in der Gemeinde Enge-Sande mit einem durchschnittlichen Verkehrsaufkommen von ca. 1.941 Kfz/ 24 h und einem Schwerverkehrsanteil von gut 13 %. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit liegt bei 100 km/ h. Die auf Grund der abschnittsweisen geradlinigen Streckenführung zum Teil auch höher gefahrenen Geschwindigkeiten lassen den Bedarf einer von der Fahrbahn getrennten Radverkehrsanlage erkennen. Darüber hinaus ist die Verbindung im landesweiten Radverkehrsnetz Schleswig-Holstein als zusätzlicher Streckenvorschlag ausgewiesen.
Auf überregionaler Ebene stellt diese Verbindung auch einen wichtigen Teil einer möglichen durchgängigen Nord-Süd-Verbindung zwischen der dänischen Grenze und Husum sowie für die Vernetzung von Ortschaften mit zentralörtlichen Funktionen (Niebüll, Leck, Bredstedt, Husum) dar. Als radtouristische Erschließungsfunktion können die landschaftlich reizvollen Lütjenholmer Heidedünen als attraktives Ziel für Tagesflüge aus den größeren Ortschaften Niebüll und Leck entlang dieser Verbindung erreicht werden. Darüber hinaus ist dieser Lückenschluss Teil der Anbindung an die Nordseeküste, da der Anschluss an die L 13 erfolgt. Zusätzlich bekommt diese Verbindung mit der Wiedereröffnung des Marinematerialdepots in Bargum und den damit einhergehenden neuen Arbeitsplätzen eine besondere Bedeutung zu.
Auf lokaler Ebene führt die Ertüchtigung dieser Verbindungen insbesondere zu einer besseren Erreichbarkeit und Vernetzung der umliegenden Gemeinden (Bargum, Lütjenholm, Soholm, Enge-Sande) untereinander. Es werden wichtige alltägliche Ziele in Enge-Sande (Grundschule, Kita, Einkaufsmöglichkeiten) sicher mit dem Fahrrad erreicht werden können.
Es ist geplant, entlang beider Straßenzüge (L 4 und K 87) einen einseitig geführten gemeinsamer Geh- und Radweg (Z240) im Zweirichtungsverkehr zu errichten. Die vorgesehene Ausbaubreite von 3,00 m zzgl. einem Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn von mind. 1,75 m entspricht den Entwurfsständen der in Überarbeitung befindlichen Regelwerke und berücksichtigt somit die Anforderungen des zukunftsorientierten Radverkehrs („länger, schneller, breiter“). Anschlüsse an vor- und nachgelagerte Radverkehrsanlagen werden berücksichtigt und sichergestellt. Ggf. über kurze Abschnitte nicht zu vermeidende Engstellen unterschreiten in den Planungen Ausbaubreiten von 2,50 m nicht.
Die derzeitige Planung für die Radverkehrsanlage entlang der L 4 sieht aufgrund der Machbarkeit der gesamten Trassenführung (auf Gemeindegebiet der Gemeinde Bargum sowie Enge-Sande) auf einer Länge von rund 1.700 m auf der östlichen Seite und 418 m auf der westlichen Seite der L 4 vor. Die Maßnahme umfasst auch eine 22 m lange Brücke über die Soholmer Au. Dabei liegt ein Anteil von ca. 367 m der geplanten Radverkehrsanlage auf dem Gemeindegebiet der Gemeinde Enge-Sande und wird kostentechnisch entsprechend anteilig an den Gesamtkosten der Gemeinde Enge-Sande zugeordnet.
Die derzeitige Planung für die Radverkehrsanlage entlang der K 87 sieht die Trassenführung über ca. 3,41 km auf der Ostseite der Kreisstraße vor. Die geplante Radverkehrsanlage wird überwiegend hinter einem bestehenden Straßengraben oder Knick geführt. Der Abstand zum Graben beträgt dabei 0,50 m, zum Knick 1,50 m – in den Bereichen der Bebauung (Gehöfte) wird die Radverkehrsanlage mit einem Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn angelegt.
Aktueller Sachstand (Stand März 2026):
Die Flächensicherung konnte zwischenzeitlich abgeschlossen werden.
Die Ausschreibung der Baumaßnahme befindet sich in der Vorbereitung.
Zeitungsartikel Radwegeprojekt





















